Arbeiten

Kurze Darstellung des Arbeitskonzepts:

 

Anfänglich bestanden meine Arbeiten aus Draht und Papier. Der Draht bildete das Gerüst, wurde mit Papier (Brotseide, Japanpapier) und Kleister überzogen. So entstanden fast zwei Meter hohe Larvenfiguren.  Dann verschwindet das Papier als Oberfläche. Der Draht bleibt unverhüllt, seine Anordnung als Linie oder Maschengeflecht, teilweise zusammen mit Dosenblech , Fahrradschlauchgummi oder dem Holz, auf dem der Draht gewickelt war, bilden nun die Oberfläche oder das sichtbare Innere. Die Formen, die an Hülsen, schlanke Kapseln oder Spindeln erinnern, bleiben über Jahre Idee meiner Arbeiten. Teilweise erinnern die Objekte an organische Formen, dann wieder an technisches Gerät oder befinden sich irgendwo dazwischen.

2003 entsteht die Arbeit „Grauspiel“, kreisel-oder spindelförmige Gebilde aus Abfall-Pappe, mit Asche und Kleister bezogen. Ich wollte wieder eine geschlossene Form, die sich aber alleine ohne Gerüst,  also Draht trägt. Und die eine neue Oberfläche bekommt: Asche wird mit Kleister gemischt und einem Pinsel aufgetragen. Die unterschiedlichen Grautöne entstehen durch das Material, das verbrannt wurde (Papier,Holz) oder durch die Zugabe von Ruß. Und später dann auch Sand.

In der Arbeit „Rugl“ von 2003/2004 umhüllt der Draht wie eine Seifenblase oder Aura das Pappgebilde. Der Draht übernimmt wieder eine tragende Rolle, diesmal aber nicht von innen, sondern von außen. Auch bei den Objekten „Graulinge“ übernimmt er eine neue Funktion: er wird zu Spürhärchen, die nach außen ragen.

2005 entdecke ich ein neues Material, das Plastik von Mineralwasserflaschen. Es ist in der mehrteiligen Arbeit „Sput“  eingearbeitet. Der Name lässt an Weltraumforschung denken, die Formen an Mikroorganismen, vielleicht aus dem Wasser.

Ein Jahr später entstehen die „Versorgungsabschnitte (sechsteilig). Aus der Pappe baue ich schlauchförmige Gebilde, die teilweise in Trichtern enden. Wird etwas aus den Segmenten herausgespien oder wird etwas nach innen gezogen? Bei meiner derzeitigen Arbeit rolle ich Abfall-Pappe über einen Stift, verklebe die Enden und füge sie zu Rohren zusammen, die ein

Gestänge bilden,die Scheiben und Räder verbinden zu „Scheibengefährten“.

 

 

Die Materialien, mit denen ich arbeite, sind sogenannte „arme“, also einfache, nicht wertvolle, nicht edle. Die dickere Pappe, die ich verwende, wird eigentlich zum Abdecken bei Malerarbeiten verwendet, die dünnere diente als Verpackung. Die Asche stammt aus dem Herd in der Küche. Der Draht ist ein unverzinkter Wickeldraht, der dickere stammt aus einem Baugeschäft.

 

Im August 2008

 

Grauspiel Grauspiel

 

 

 

 

 

 

Grauspiel

 

2003,  Pappe, Asche, Kleister, Holzleim

 

(20-teilig)

 

Graulinge Graulinge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

großer /                einer der

Grauling                Graulinge

ca. 180 cm              ca. 160 cm

 

2004, Draht, Pappe, Asche, Holzleim